Festpreis oder Tranchenmodell – welche Strategie passt? 

Welche Beschaffungsmodelle gibt es für Strom? In der Praxis nutzen Hausverwaltungen und Gewerbebetriebe häufig Festpreismodelle. Dabei wird der Strompreis für eine bestimmte Laufzeit vollständig fixiert. Das schafft Planungssicherheit, weil der Arbeitspreis über die Vertragsdauer konstant bleibt.

Eine Alternative dazu ist das Tranchenmodell. Dabei wird der Strom nicht zu einem einzigen Zeitpunkt vollständig eingekauft, sondern in mehreren Teilmengen zu unterschiedlichen Zeitpunkten beschafft. Aber was ist eine Tranche Strom überhaupt – und welche Vorteile hat die gestaffelte Strombeschaffung? Festpreis oder Tranchenmodell – welche Strategie passt? Ein genauerer Blick zeigt, wie diese Methode funktioniert und wann sie sinnvoll sein kann.

Welche Beschaffungsmodelle gibt es für Strom? 

Die verschiedenen Modelle der Strombeschaffung unterscheiden sich vor allem darin, wann und wie der Strompreis festgelegt wird. Beim Festpreismodell geschieht dies einmalig zum Vertragsbeginn. Andere Modelle verteilen den Einkauf über mehrere Zeitpunkte, um auf Preisschwankungen reagieren zu können.

Welche Beschaffungsmodelle gibt es für Strom? Hier ein kurzer Überblick:

  • Festpreisvertrag (Fixpreismodell): Hier wird der Strompreis einmalig bei Vertragsabschluss festgelegt. Er bleibt über die ganze Laufzeit konstant. Vorteil: Planungssicherheit. Nachteil: kein Schutz vor möglichen Preisrückgängen auf dem Strommarkt.
  • Tranchenmodell: Bei dieser Beschaffungsart wird der Strom nicht vollständig auf einmal gekauft, sondern in Tranchen. Was ist eine Tranche Strom? Eine Tranche bezeichnet einen Teil der Gesamtmenge. Vorteil: Glättung von Preisschwankungen. Nachteil: Bei dauerhaften Preissteigerungen werden spätere Tranchen teurer.
  • Spotmarkt-orientierte Beschaffung: Der Strompreis orientiert sich immer an den aktuellen Börsenpreisen (Day-Ahead oder Intraday). Vorteil: Möglichkeit der Nutzung von günstigen Marktpreisen. Nachteil: hohes Preisrisiko, erschwerte Planbarkeit.
  • Strom mit Prämie (strukturierte Beschaffung): Mischform aus Spotmarkt- und Festpreisstrategie. Der Strompreis orientiert sich am Börsenpreis, zusätzlich wird eine feste Prämie vereinbart. Vorteil: transparente Preisstruktur und Beteiligung an günstigen Marktphasen. Nachteil: geringere Planungssicherheit als beim Festpreisvertrag.

In der Praxis entscheiden sich die meisten Hausverwaltungen für das Festpreis- oder Tranchenmodell. Denn beide Varianten haben deutliche Vorteile im Hinblick auf Planungssicherheit und strategische Steuerung.

Festpreisvertrag – maximale Planungssicherheit 

Der klassische Festpreisvertrag legt den Strompreis für die gesamte Vertragslaufzeit fest. Typisch sind Laufzeiten von 12, 24 oder 36 Monaten. In dieser Zeit werden monatliche Abschläge gezahlt. Der Vorteil dieses Modells liegt auf der Hand:

– Die Stromkosten sind von Anfang an kalkulierbar.

Beim Festpreisvertrag hat dann nur noch der tatsächliche Stromverbrauch Einfluss auf die zu zahlenden Stromkosten.

Vorteile des Festpreismodells

Gerade für Hausverwaltungen ist Planungssicherheit wichtig – und deshalb wird das Festpreismodell auch am häufigsten gewählt. Ein stabiler Arbeitspreis verhindert unangenehme Überraschungen bei steigenden Energiepreisen.

  • Im Kontext der Wirtschaftspläne von Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) spielt ein stabiler Strompreis eine zentrale Rolle.
  • Hausverwaltungen berechnen die Energiekosten im Voraus. Sie müssen ihre Kalkulationen den Eigentümern zur Beschlussfassung vorlegen.
  • Unsicherheiten in Bezug auf den zu zahlenden Strompreis haben ein erhebliches Konfliktpotenzial.

Ein Festpreisvertrag reduziert das Risiko von Abweichungen zwischen Wirtschaftsplan und tatsächlichen Energiekosten. Denn der Arbeitspreis für Allgemeinstrom bleibt über die gesamte Vertragslaufzeit konstant.

Auch bei der Umlage der Kosten schafft ein Festpreismodell Klarheit. Der Allgemeinstrom eines Mehrfamilienhauses wird in der Regel über die Betriebskosten auf die einzelnen Einheiten verteilt.

  • Stabile Strompreise machen die Kosten transparent und nachvollziehbar für Mieter und Eigentümer.
  • So vermeidet die Hausverwaltung Diskussionen in der Eigentümerversammlung oder bei der Nebenkostenabrechnung schon im Vorfeld. 

Das ist ein wichtiger Vorteil für Hausverwaltungen, die sich um Akzeptanz bei Eigentümern und Mietern sorgen müssen. Das Festpreismodell trägt damit zu einer konfliktarmen Verwaltungspraxis bei.

Gleichzeitig wächst aber auch bei Eigentümern das Interesse daran, von Preisschwankungen an den Strombörsen zu profitieren. Deshalb hat auch das Thema Tranchen Bedeutung für Hausverwaltungen. 

Tranchenmodell – Preisrisiken streuen

Beim Tranchenmodell wird der Strom nicht vollständig zu einem Zeitpunkt beschafft, sondern in mehreren Teilmengen. Diese Teilmengen bezeichnet man als Tranchen. Doch was ist eine Tranche Strom konkret? Gemeint ist ein Teil der gesamten Strommenge, die zu einem bestimmten Zeitpunkt zum aktuellen Marktpreis eingekauft wird.

Jede Tranche wird zu einem bestimmten Zeitpunkt zum jeweils aktuellen Marktpreis eingekauft. Die Beschaffungsstrategie wird bei Vertragsabschluss festgelegt. Vertragspartner für alle Tranchen ist derselbe Versorger. Er beschafft die einzelnen Strommengen jedoch zu unterschiedlichen Zeitpunkten – jeweils zu den dann geltenden Börsenpreisen.

Der Gesamtpreis für den Strom ergibt sich somit aus den Preisen der einzelnen Beschaffungszeitpunkte. Anders als beim Festpreisvertrag wird der Strompreis also nicht einmalig festgelegt. Er entsteht schrittweise während des Beschaffungsprozesses. 

Vorteile des Tranchenmodells 

Warum gewinnt der Einkauf von Tranchen Bedeutung für die Beschaffungsstrategie von Hausverwaltungen? Der Grund liegt auf der Hand: Es ist die Streuung von Preisrisiken, die dieses Modell möglich macht. Schwankungen während des Lieferzeitraums werden durch den schrittweisen Einkauf während der Laufzeit ausgeglichen.

  • Der endgültige Preis für den Strom hängt nicht von einer einzigen Marktphase ab.
  • Kurzfristige Preisspitzen wirken sich dadurch weniger stark auf den Gesamtpreis aus.

Gleichzeitig eröffnet dieses Modell die Möglichkeit, von günstigen Marktbewegungen zu profitieren: Sinkende Strompreise wirken sich auf die späteren Tranchen aus. Das ist bei volatilen Strommärkten ein deutlicher Vorteil.

Allerdings erfordert dieses Modell – wenn man die Vorteile wirklich ausnutzen möchte – eine aktive Marktbeobachtung. Genau hier setzt die Arbeit von Energiemaklern ein. Viele Energiemakler haben sich auf die Energieversorgung von Mehrfamilienhäusern und Immobilienportfolios spezialisiert. Sie kennen die besonderen Anforderungen von Hausverwaltungen und entwickeln darauf abgestimmte Beschaffungsstrategien.  

Was ist eine vertikale Tranchenbeschaffung? 

Bei der vertikalen Tranchenbeschaffung wird die Strommenge auf mehrere Einkaufszeitpunkte verteilt.

Ein Beispiel: Die Hausverwaltung benötigt für ein Jahr 100 MWh Strom. Beim vertikalen Tranchenmodell werden 30 MWh im Januar, 30 MWh im Mai und 40 MWh im September gekauft. Bei der horizontalen Beschaffung werden dagegen unterschiedliche Lieferzeiträume getrennt beschafft. Kurz gesagt: 

  • Vertikal: eine Jahresmenge und mehrere Einkaufszeitpunkte.
  • Horizontal: mehrere Lieferjahre und jeweils eigener Einkauf. 

Spotmarkt-orientierte Beschaffung

Bei der spotmarktorientierten Beschaffung wird der Strompreis nicht langfristig festgelegt. Stattdessen orientiert er sich direkt an den jeweils aktuellen Börsenpreisen – meist auf dem Day-Ahead- oder Intraday-Markt.

  • Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis
  • Faktoren wie Wetter oder die Einspeisung erneuerbarer Energien können kurzfristige Preisschwankungen auslösen.

Der Vorteil dieses Modells ist klar: Niedrige Börsenpreise können unmittelbar genutzt werden. Gleichzeitig besteht jedoch ein erhebliches Preisrisiko. Für Hausverwaltungen und Unternehmen bedeutet das eine deutlich geringere Planungssicherheit.

Die spotmarktorientierte Beschaffung bietet zwar die Chance auf besonders günstige Strompreise. Sie ist jedoch für viele Unternehmen und Hausverwaltungen zu unsicher. In der Praxis haben sich deshalb Mischformen etabliert, die Planungssicherheit mit Marktvorteilen verbinden. Dazu gehört vor allem die strukturierte Beschaffung: Strom mit Prämie. 

Strom mit Prämie – strukturierte Beschaffung mit Börsenpreisbindung 

Bei diesem Modell orientiert sich der Strompreis am Börsenpreis, wird jedoch durch eine fest vereinbarte Lieferantenprämie ergänzt. Anders als bei der reinen Spotmarktbeschaffung besteht dabei ein strukturierter Liefervertrag mit einem Energieversorger. Der Gesamtpreis besteht dann aus:

  • dem aktuellen Börsenstrompreis (Spotmarkt oder Terminmarkt)
  • und einer Prämie für den Lieferanten.

Auch hier kommen Netzentgelte, Umlagen und andere Preisbestandteile hinzu, wie bei allen anderen Modellen. Der Vorteil von Strom mit Prämie liegt in der hohen Marktnähe. Unternehmen und Eigentümer profitieren von fallenden Strompreisen. Allerdings steigt natürlich gleichzeitig das Risiko von Preisschwankungen.

Für die meisten Hausverwaltungen oder mittelständische Unternehmen ist auch dieses Modell – obwohl es etwas sicherer als das Spotmarktmodell ist – wegen des Kostenrisikos weniger geeignet. Entscheidet sich eine Hausverwaltung für Strom mit Prämie, sollte unbedingt Expertise in Anspruch genommen werden – von einem erfahrenen Energiemakler für die Hausverwaltung von Mehrfamilienhäusern.  

Die Modelle im Überblick 

Welche Beschaffungsmodelle gibt es für Strom? Hier ein kurzer Überblick:

Festpreis: Preis wird vollständig fixiert
Tranchenmodell: Einkauf zu mehreren Marktzeitpunkten
Spotmarkt: Preis = Börsenpreis
Strom mit Prämie: Börsenpreis + feste Lieferantenprämie 

Fazit

Festpreisvertrag oder Tranchenmodell? Beide Modelle bieten für Hausverwaltungen klare Vorteile. Sie können je nach Schwerpunktsetzung (Planungssicherheit oder Marktchancen) sinnvoll eingesetzt werden. Andere Beschaffungsmodelle spielen im Bereich von Mehrfamilienhäusern dagegen eine deutlich geringere Rolle.

Unabhängig vom gewählten Modell gilt jedoch: Eine professionelle Strombeschaffung erfordert Expertise. Ein spezialisierter Energiemakler für Hausverwaltungen analysiert den Bedarf und entwickelt eine passende Beschaffungsstrategie. Er begleitet den gesamten Ausschreibungsprozess – professionell und zuverlässig.

Lassen Sie deshalb Ihre bestehenden Stromverträge unverbindlich prüfen. Erfahren Sie, welche Beschaffungsstrategie für Ihre Immobilien wirtschaftlich sinnvoll ist.

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