Energieplanung: Strombeschaffung für Mehrfamilienhäuser 

Stromvertrag mit dem Grundversorger abschließen – fertig? So einfach war es früher. Heute ist die Strombeschaffung deutlich komplexer geworden. Das gilt umso mehr, je größer die Strommengen sind. Gerade bei der Energieplanung für Mehrfamilienhäuser entscheidet die Beschaffungsstrategie darüber, wie teuer der Strom am Ende wird – und wie hoch das Risiko von Preisschwankungen ist.

Für Hausverwaltungen bedeutet das: Energieeinkauf ist längst keine reine Verwaltungsaufgabe mehr, sondern ein wirtschaftlicher Faktor, der Planungssicherheit und Betriebskosten unmittelbar beeinflusst. Nicht zuletzt erwarten Eigentümer von einer Hausverwaltung, dass diese die Kosten aktiv steuert und wirtschaftliche Entscheidungen transparent begründet. Deshalb ist es sinnvoll, die Strombeschaffung für ein Mehrfamilienhaus von Anfang an in professionelle Hände zu legen. 

Strombeschaffung ist Chefsache

Früher gehörten Stromkosten zu den Nebenkosten einer Immobilie, die im Gesamtbudget kaum ins Gewicht fielen. Heute hat sich das deutlich verändert. Die Energiepreise sind volatiler geworden. Sie machen einen spürbaren Anteil an den laufenden Betriebskosten eines Mehrfamilienhauses aus. Entscheidungen bei der Strombeschaffung haben deshalb direkte wirtschaftliche Folgen. Nicht nur für die Eigentümer, sondern auch für die Hausverwaltungen.

Umso wichtiger ist es, den Energieeinkauf durch die Hausverwaltung nicht dem Zufall zu überlassen. Grundlage für eine fundierte Entscheidung sind zunächst Antworten auf zentrale Fragen zur Energieplanung und zur konkreten Versorgungssituation der Liegenschaft.

Wichtige Fragen für die Strombeschaffung

  • Wie viel Strom braucht ein Mehrfamilienhaus?
  • Wie wird der Allgemeinstrom in einem Mehrfamilienhaus berechnet?
  • Wie lassen sich mehrere Liegenschaften und Abnahmestellen bündeln?
  • Welche Vertragslaufzeiten sind sinnvoll?
  • Lohnt sich ein Festpreisvertrag oder eine flexible Beschaffungsstrategie?
  • Wie funktioniert eine Energieausschreibung für ein Mehrfamilienhaus und welche Vorteile bringt sie? 

Typische Fehler bei der Strombeschaffung

In der Praxis folgt die Strombeschaffung für ein Mehrfamilienhaus einem einfachen Muster: Entweder wird der bestehende Vertrag verlängert oder kurz vor Ablauf ein neuer Anbieter gesucht. Im letzteren Fall meist über ein Vergleichsportal. Und am Ende entscheidet in der Regel der günstigste Preis.

Dieses Vorgehen hat mehrere Nachteile. Zum einen berücksichtigen Vergleichsportale nicht die zukünftigen Preisentwicklungen auf dem Strommarkt, und vor allem kann ein oberflächlicher Preisvergleich nicht die individuellen Besonderheiten eines Objekts oder gesamten Verwaltungsportfolios abbilden.

Auch die allgemeine Frage „Wie viel Strom braucht ein Mehrfamilienhaus?" führt oft nicht weit genug. Was fehlt, ist eine strukturierte Analyse des tatsächlichen Strombedarfs. Eine koordinierte Beschaffung über mehrere Objekte hinweg – also die Bündelung von Abnahmestellen und Strommengen – eröffnet attraktive Einsparpotenziale. Diese bleiben bei einer konventionellen Strombeschaffung für Mehrfamilienhäuser häufig ungenutzt. 

Strategische Beschaffung statt Einzelverträge

Strategisches Vorgehen bei der Strombeschaffung für Mehrfamilienhäuser heißt: Die Hausverwaltung beginnt nicht mit der Suche nach einem Anbieter, sondern mit einer strukturellen Analyse. Diese erfasst Stromverbräuche, Lastprofile und verschiedene Abnahmestellen. Bereits hier zeigt sich häufig, dass sich mehrere Liegenschaften und Verbrauchsstellen bündeln lassen, um eine bessere Verhandlungsposition gegenüber den Anbietern zu gewinnen.

Ein zentrales Instrument ist dabei die Energieausschreibung für Mehrfamilienhäuser: die gezielte Platzierung des Strombedarfs der Liegenschaften auf dem Markt. Dadurch entsteht unter den Anbietern ein Wettbewerb – auf der Grundlage Ihrer individuellen Nachfrage. 

Was macht die Strombeschaffung für Mehrfamilienhäuser so komplex?

Energiewirtschaftlich gesehen ist ein Mehrfamilienhaus kein Standardprodukt. Denn einerseits gibt es die individuellen Stromverträge der Mieter, die diese eigenverantwortlich abschließen. Das ist der Haushaltsstrom. Auf der anderen Seite gibt es den Allgemeinstrom. Für diesen sind die Eigentümer verantwortlich. In der Praxis übernimmt die Hausverwaltung den Abschluss der Verträge über den Allgemeinstrom.  

Was gehört zum Allgemeinstrom?

Zum Allgemeinstrom gehört der Stromverbrauch für alle Einrichtungen, die gemeinschaftlich genutzt werden. Das sind insbesondere:

  • Treppenhausbeleuchtung
  • Außen- und Hofbeleuchtung
  • Keller- und Dachbodenbeleuchtung
  • Aufzuganlagen
  • Tiefgaragen- oder Garagenbeleuchtung
  • Elektrische Türöffner und Gegensprechanlagen
  • Heizungsanlagen (Umwälzpumpen, Steuerungen)
  • Lüftungsanlagen in Gemeinschaftsbereichen
  • Elektrische Tore und Schrankenanlagen 

Wie wird der Allgemeinstrom in einem Mehrfamilienhaus berechnet?

Für die Berechnung des Allgemeinstromverbrauchs kommen separate Zähler zum Einsatz. Grundlage für die Abrechnung ist der gemessene Verbrauch in Kilowattstunden (kWh) pro Abrechnungszeitraum. Einflussfaktoren für den Allgemeinstromverbrauch sind unter anderem die Anzahl der Wohneinheiten, die Gebäudefläche und die Menge und Art der technischen Anlagen. Letztlich gibt deren tatsächliche Nutzung den Ausschlag.

Wie viel Strom braucht ein Mehrfamilienhaus insgesamt? In der Regel liegt der Verbrauch von Allgemeinstrom bei 20 bis 60 kWh pro Wohneinheit im Monat – das hängt natürlich davon ab, welche technischen Anlagen für den Gemeingebrauch vorhanden sind. Wenn Aufzüge oder Tiefgaragen vorhanden sind, ist der Stromverbrauch tendenziell höher.

Wichtig für Hausverwaltungen: Die Kosten für den Allgemeinstrom können von den Eigentümern auf die Mieter umgelegt werden. Fehler bei der Beschaffung des Stroms wirken sich daher direkt auf die Nebenabrechnungen aus.

Energieeinkauf Hausverwaltung – die drei Alternativen

Grundsätzlich unterscheidet man drei Arten der Strombeschaffung: den Direktabschluss mit dem Versorger, den Vergleich von Stromtarifen über Portale oder die strukturierte Energieausschreibung für Mehrfamilienhäuser.

1. Direktabschluss beim Versorger

Der professionelle Energieeinkauf einer Hausverwaltung unterscheidet sich deutlich von einem Direktabschluss beim Versorger. Denn wenn die Hausverwaltung nur mit einem Stromanbieter verhandelt, entfällt der Wettbewerb auf der Anbieterseite. Es gibt kaum Verhandlungsspielraum. Und wenn die Kündigungsfrist abgelaufen ist, läuft der Vertrag meist automatisch weiter.  

2. Vergleichsportale

Anders sieht es bei einem Vergleichsportal aus: Hier kann die Hausverwaltung zumindest die Preise vergleichen. Die Vergleichsportale lassen darüber hinaus jedoch kaum eine Risikoanalyse zu. Der Fokus liegt einseitig auf dem Arbeitspreis. Zwar lassen sich auch zusätzliche Vertragskonditionen wie Laufzeiten und Kündigungsfristen vergleichen, doch eine strategische Bewertung der Vertragsstruktur ist nicht oder nur sehr schwer möglich. Faktoren wie Marktzeitpunkt, Preisentwicklungen oder die Bündelung mehrerer Abnahmestellen bleiben unberücksichtigt.

Nur die Energieausschreibung für ein Mehrfamilienhaus schafft echten Wettbewerb auf der Anbieterseite. Sie ermöglicht es der Hausverwaltung, eine individuelle Nachfrage gezielt am Markt zu platzieren.

3. Strukturierte Energieausschreibung

Die Energieausschreibung dreht die Marktmechanismen um. Die Hausverwaltung durchsucht nicht einfach nur vorhandene Tarife und muss sich daher nicht mit dem begnügen, was der Markt gerade bereithält. Stattdessen definiert sie ihre Anforderungen selbst. Daraufhin konkurrieren Energieanbieter mit individuell zugeschnittenen Offerten um den Auftrag.

  • Bei einem Direktabschluss sitzt nur ein Stromversorger am Verhandlungstisch, die Ausschreibung richtet sich gezielt an mehrere Stromversorger. Dadurch entsteht ein echter Wettbewerb unter den potenziellen Vertragspartnern.
  • Vergleichsportale arbeiten mit standardisierten Tarifen. Bei der Energieausschreibung definieren Sie Ihre individuellen Anforderungen. Die Angebote richten sich nach Ihren konkreten Bedürfnissen.

Ein Beispiel: Mit der Energieausschreibung für ein Mehrfamilienhaus verfügen Sie über mehr Gestaltungsspielraum bei den Vertragslaufzeiten. Vergleichsportale zeigen dagegen nur vorgegebene Laufzeiten an.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Vergleichbarkeit der Angebote. Da alle Anbieter auf dieselben Ausschreibungsunterlagen reagieren, sind Preisbestandteile und Vertragskonditionen übersichtlich und klar strukturiert. Das erleichtert der Hausverwaltung die Bewertung. 

Strom zum Festpreis oder alternative Modelle?

Festpreismodelle sind auch für Mehrfamilienhäuser der Standard. Sie geben Planungssicherheit und schützen vor Preisschwankungen. Sie machen die Energieplanung kalkulierbar.

Aber auch Festpreisverträge haben Kehrseiten. Das größte Risiko liegt darin, den Preis für Strom in einer Phase hoher Marktpreise zu fixieren. Dadurch bleibt der Strompreis während der Laufzeit auf einem hohen Niveau. Der Vertrag sperrt dann die Möglichkeit, von niedrigeren Strompreisen zu profitieren.

Professionelle Energiemakler setzen deshalb häufig alternative Beschaffungsmöglichkeiten ein, um die Nachteile von Strom zum Festpreis auszugleichen.

  • Tranchenmodelle, bei denen der gesamte Strombedarf nicht auf einmal beschafft wird. Stattdessen werden Teilmengen zu unterschiedlichen Zeitpunkten am Markt eingekauft. Dieses Verfahren gleicht Marktschwankungen aus.
  • Gestaffelte Beschaffung, bei der der Energieeinkauf bewusst über einen längeren Zeitraum verteilt wird. Anders als beim festen Tranchenmodell erfolgt der Einkauf flexibler. Er orientiert sich stärker an aktuellen Marktbewegungen und Preisentwicklungen.
  • Laufzeitdiversifikation erlaubt unterschiedliche Vertragslaufzeiten für verschiedene Liegenschaften oder Abnahmestellen. Das heißt: Nicht alle Verträge laufen zum gleichen Zeitpunkt aus. Die Beschaffung kann flexibler auf Marktbewegungen reagieren.
  • Preisfixierungen in günstigen Marktphasen, wenn sich am Terminmarkt attraktive Chancen bieten.

Gerade für Hausverwaltungen sind Festpreisverträge dennoch meist die erste Wahl, was vor allem an der Abrechnungssystematik von Mehrfamilienhäusern liegt. Stabile Energiepreise erleichtern die verlässliche Erstellung von Wirtschaftsplänen und Nebenkostenabrechnungen. Aber auch Strom zum Festpreis lohnt sich nur, wenn er auf der Grundlage einer professionellen Beschaffungsstrategie eingekauft wird.  

Expertise für eine professionelle Energieausschreibung

Energieplanung setzt Fachwissen voraus. Hausverwaltungen können dieses Fachwissen nutzen, um das Vertrauen der Eigentümer in die wirtschaftliche Verwaltung der Immobilie zu stärken. Genau an diesem Punkt kommen spezialisierte Energiemakler ins Spiel. Sie stellen ihre Marktkenntnis und ihre Erfahrung im Energieeinkauf gezielt Hausverwaltungen zur Verfügung. Sie übernehmen die strukturierte Durchführung der Energieausschreibung. Für die Hausverwaltung bedeutet das eine spürbare Entlastung: Sie gewinnt Ressourcen für ihr Kerngeschäft, während der komplexe Prozess der Strombeschaffung professionell gesteuert wird.

Wie arbeitet ein professioneller Energiemakler? Am Anfang steht die umfassende Analyse des Strombedarfs der Liegenschaften. Der Energiemakler strukturiert die Verbrauchsdaten und entwickelt auf dieser Grundlage eine individuelle Beschaffungsstrategie, die gewünschte Vertragslaufzeiten, die mögliche Bündelung von Abnahmestellen und viele andere Aspekte enthält. Mit einer Energieausschreibung werden diese Bedingungen gezielt am Markt platziert.

Der Energiemakler wertet die eingehenden Offerten systematisch aus und vergleicht Preise, Vertragskonditionen und Risikostrukturen. Auf dieser Grundlage unterstützt er die Hausverwaltung mit fundierter Marktkenntnis bei der Auswahl des wirtschaftlich sinnvollsten Angebots und begleitet die Vertragsverhandlungen bis zum Abschluss.

Fazit Energieplanung: Strombeschaffung für Mehrfamilienhäuser ist Risikomanagement

Die Strombeschaffung für Mehrfamilienhäuser entscheidet über die wirtschaftliche Stabilität einer Immobilie. Während direkte Verhandlungen mit dem Versorger die Verhandlungsposition einengen und Vergleichsportale nur einen engen Ausschnitt aus den Möglichkeiten des Strommarktes liefern, bietet die professionelle Energieausschreibung die Chance, den Wettbewerb gezielt zu nutzen und den individuellen Strombedarf am Markt zu platzieren.

Wer Energieplanung ernst nimmt, reduziert Risiken. Lassen Sie deshalb Ihre bestehenden Verträge unverbindlich prüfen. Wir analysieren Ihre aktuelle Versorgungssituation und identifizieren Optimierungspotenziale. Unsere Experten unterstützen Sie dabei, die Strombeschaffung für Ihre Liegenschaften strategisch und wirtschaftlich zu gestalten. Überlassen Sie dabei nichts dem Zufall. Setzen Sie auf professionelle Strombeschaffung für Mehrfamilienhäuser.

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